Geschichte des Ordens

Der heutige Internationale Templerorden (Ordre du Temple, Order of the Temple) ist eine christlich-ökumenische Organisation, deren Existenz erstmals im Jahr 1705 belegt ist. Zentrum des Orden war damals Paris..

Die Organisation baut auf Traditionen des mittelalterlichen Ordens der Armen Gefährten Christi auf, sieht sich aber nicht als Fortsetzung dieses Ordens, der 1118 von Hugues de Payens zusammen mit acht anderen Brüdern gegründet, 1128 im Konzil von Troyes anerkannt und 1312 von Papst Clemens V als kirchlicher Orden außer Kraft gesetzt wurde. Ursprünglicher Sitz der Armen Gefährten Christi war die Stätte des Salomonischen Temples in Jerusalem. Sie wurden daher unter dem Namen Templer oder Tempelritter bekannt.

Zu Anfang des zwölften Jahrhunderts wurden zwei große Mönchs-Ritterorden gegründet. Die Hospitaler (Johanniter) widmeten sich der Krankenpflege, die Templer stellten sich die Aufgabe, christliche Pilger im Heiligen Land zu schützen.

Weil aber - um einen modernen Terminus zu verwenden - der Bedarf vorhanden war, entwickelte sich der Orden rasch zu einer Transport- Bank- und Sicherheitsorganisation für die ganze Christenheit, der zugleich die bestausgebildeten und durch den Glauben motivierten Soldaten zur Verfügung standen. Papst Innozenz II nannte den Orden "Beschützer der Kirche". Hinzu kam, dass der Orden nur dem Papst unterstand und keinem weltlichen Herrscher unterworfen war.

Dieser Orden war den christlichen Fürsten einerseids angenehm, als er ihnen in mancher Hinsicht nützlich war. Andererseids weckte seine Macht Misstrauen. Besonders in Frankreich wurde er zu einem Staat im Staat. Seine wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zum Islam wurden Ihm schließlich zum Verhängnis, denn sie gaben seinen Gegnern das Argument in die Hand, seine Mitglieder hätten sich vom wahren Glauben abgewandt und seinen Häretiker.

Die Gründer des neuen Ordens im achtzehnten Jahrhundert waren Kinder der Aufklärung mit ihren humanitären Idealen und so bot sich der Begriff "Templer" als Synonym für Hilfe und Schutz, Anständigkeit und Ritterlichkeit an. Auch der Mythos, der die mittelalterlichen Templer nunmehr umgab, spielte eine gewisse Rolle: der angeblich verborgene Schatz der Templer, der Stein der Weisen, der heilige Gral, die Rosslyn Legenden etc. aber auch die Behauptung, dass die Templer Amerika entdeckt hätten.

Als endgültiges Gründungsjahr des neuen Ordens ist das Jahr 1804 anzusehen. Treibende Kraft der Erneuerung waren einige Idealisten um den französischen Arzt Fabre-Palaprat, der das Wohlwollen Napoleon Bonapartes genoss. In den folgenden fünfundsechzig Jahren hatte der Orden hochgestellte Freunde und Mitglieder, die karitativ aber auch politisch aktiv waren. Mit Napoleon III verlor der Orden 1870 jedoch seinen wichtigsten Förderer. Es folgte eine Epoche der Zersplitterung. Bis in die letzte Dekade des zwanzigsten Jahrhunderts gab es dutzende Gruppen, die den Namen Templer benutzten.

Erst 1995/96 gelang es in den Treffen von Paris und Salzburg, die wesentlichsten Gruppen unter dem seid 1932 üblichen Namen "Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani" (OSMTH) zu vereinen, wobei "Supremus" nicht mit souverän zu übersetzen wäre. Der Internationale OSMTH - registriert in der Schweiz - ist heute die größte und wohlorganisierteste Templer-Gruppierung. Es ist aber klar, dass dies erst die Grundlage ist, auf der aufgebaut werden muss.

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